Erzbischof Feofan von Berlin und Deutschland

Geburtstag: 08.07.1954

Namenstag: 24 октября

 

Der Vorsteher der Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats ist Erzbischof Feofan (mit weltlichen Namen Oleg Galinskij).
Am 8. Juli 1954 in der ukrainischen Stadt Belaja Cerkiv unweit von Kiew geboren, studierte er nach dem Abschluss der Mittelschule zuerst am Chemie-Institut von Dnipropetrovsk, dann am Leningrader Geistlichen Seminar und anschließend an der Leningrader Theologischen Akademie, die er 1977 mit dem akademischen Grad eines Kandidaten der Theologie abgeschlossen hat. Am 4. Januar 1976 wurde Oleg zum Mönch mit dem Namen Feofan geweiht. Am 7. Januar 1976 empfing er die Diakonatsweihe und ein Jahr später (am 17. April 1977) die Weihe zum Mönchspriester vom heutigen Patriarchen Kirill, dem damaligen Bischof von Vyborg und Rektor der Leningrader Lehranstalten. Nach dem Abschluss der Akademie blieb Mönchspriester Feofan als Lektor am Priesterseminar, lernte dann aber 1977 bis 1979 am römisch-katholischen Ostkirchlichen Institut in Regensburg Deutsch. Danach setzte er seine Lehrtätigkeit am Priesterseminar in Leningrad fort. Am 14. Februar 1985 wurde er in den Stand eines Archimandriten erhoben, im April des gleichen Jahres verlieh man ihm den Rang eines Dozenten.
Am 7. Februar 1986 wurde Archimandrit Feofan vom Heiligen Synod zum stellvertretenden Vorsitzenden des Außenamtes der Russischen Orthodoxen Kirche ernannt. In dieser Stellung war er als Mitglied von Delegationen der Russischen Orthodoxen Kirche regelmäßig auf Dienstreisen im Ausland. Von 1980 bis 1983 war er Mitglied des Exekutivkomitees des orthodoxen Weltjugendverbandes SYNDESMOS.
Am 11. Januar 1987wurde Archimandrit Feofan in der Kathedrale des Heiligen Geistes in Minsk zum Bischof von Kašira geweiht und nahm seine Tätigkeit als Vikar der Moskauer Diözese auf. Ab 1988 wirkte Bischof Feofan vor allem in der Tschechoslowakei, wo er bis 1990 die Russische Orthodoxe Kirche bei der Christlichen Friedenskonferenz vertrat und gleichzeitig der Gemeinde von Karlovy Vary (Karlsbad) vorstand. Feofan_01
Am 31. Januar 1991 erhielt Bischof Feofan die Ernennung zum Verwalter der Diözese von Berlin und Leipzig (einer der drei damaligen russischen Diözesen des Moskauer Patriarchats in Deutschland). Nach der Vereinigung der drei Bistümer zu einer gesamtdeutschen Diözese am 01.12.1992 wurde er Bischof von Berlin und Deutschland. Am 15. Februar 1996 wurde er für seine Verdienste bei seinem Kirchendienst vom Patriarchen von Moskau und der ganzen Rus’ Aleksij I. in die Würde des Erzbischofs erhoben.
Seit dem 26. Februar 1994 ist er Mitglied der Synodalen Theologischen Kommission und inzwischen mit mehreren hohen Orden der Russischen Orthodoxen Kirche ausgezeichnet worden. Inzwischen mehr als 23 Jahre auf der Kathedra von Berlin ist Erzbischof Feofan der am längsten amtierende Vorsteher der dortigen russischen Diözese überhaupt, denn alle Bischöfe, die vom Moskauer Patriarchat nach dem II. Weltkrieg nach Berlin entsandt wurden, blieben in der Regel nur etwa zwei bis maximal fünf Jahre in diesem Amt und auch Metropolit Serafim (Lade) von der Russischen Auslandskirche war nur 19 Jahre (1931 bis zu seinem Tode 1950) orthodoxer Bischof von Berlin.
In die Zeit des Wirkens von Erzbischof Feofan fällt das unvorhergesehen gewaltige, von ihm entscheidend geförderte rapide Aufbauwerk der Diözese, deren Gemeindezahl wie auch die der Kleriker sich um ein Vielfaches gesteigert hat, vor allem im Westen und Süden der Bundesrepublik Deutschland. Gab es bis 1990 gerade einmal etwa in Dutzend Gemeinden des Moskauer Patriarchats in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR zusammen, so gehören heute fast 90 Gemeinden und feste Gottesdienststätten zum Bistum, die von Erzbischof Feofan regelmäßig besucht werden – und die Zahl wächst noch an.08.05.2012_feofan
Zu den Verdiensten von Erzbischof Feofan, der auch zweiter Stellvertretender Vorsitzender der orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland und Delegierter der Orthodoxen Kirche bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland ist, gehört auch, dass er das Gespräch zwischen den beiden russischen Diözesen, nämlich des Moskauer Patriarchats und der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland, gesucht und die Atmosphäre zwischen den beiden damals noch getrennten Kirchen durch seine regelmäßigen Treffen mit seinem Amtsbruder gleichen Titels, Erzbischof Mark (Arndt), wesentlich verbessert hat und so beide die inzwischen erfolgte Aussöhnung und Vereinigung der beiden Zweige der einen russischen Kirche entscheidend voran gebracht haben.
Erzbischof Mark war so auch einer der Konzelebranten bei der feierlichen Liturgie, mit der Erzbischof Feofan am 15. Juli 2014 in der Berliner Christi-Auferstehungs-Kathedrale seinen 60. Geburtstag feiern konnte. Dazu hatten sich Geistliche aus Deutschland, Russland, der Ukraine, Weißrussland, Azerbajdžan, der Schweiz, Serbien und den Vereinigten Arabischen Emiraten versammelt mit dem Metropoliten von Poltava und Mirgorod Filipp (Osadčenko) und dem Leiter der Abteilung für die Gemeinden im Ausland, Erzbischof Mark (Golovkov) von Egorovsk und weiteren Bischöfen an der Spitze. Patriarch Kirill verlieh dem Jubilar zu seinem Ehrentag den Orden des hl. Innokentij von Moskau, I. Klasse.

Ipodiakon Nikolaj Thon